Bundesverdienstkreuz Verleihung am 4. Juli 2011

Bild: nrw.de 05.07.2011

05.07.2011 Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat an 15 Bürgerinnen aus Nordrhein-Westfalen den von Bundespräsident Christian Wulff verliehenen Bundesverdienstorden ausgehändigt. In einer Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei bedankte sich die Ministerpräsidentin bei den Ausgezeichneten für ihr Engagement und wies auf die Besonderheit hin, dass erstmalig bei einer Ordenaushändigung ausschließlich Frauen berücksichtigt worden seien. Ministerpräsidentin Kraft: „Die heutige Festveranstaltung zeigt ganz deutlich, in wie vielfältiger Weise Frauen sich engagieren und dass es gelingen kann, ehrenamtliches Engagement mit familiären und beruflichen Aufgaben zu vereinbaren. Die wahren Vorbilder sind nicht irgendwelche Medien-Sternchen, sondern Menschen wie Sie. Sie alle haben viel mehr getan als Sie mussten. Sie tragen mit Ihrem Einsatz und Elan dazu bei, dass unser Land liebens- und lebenswert ist. Sie helfen mit Ihrer Menschlichkeit anderen, die Hilfe brauchen. Auch wenn Sie es selbst nicht so empfinden oder nicht wahrhaben wollen: Sie leisten tagtäglich Großes.“ Der Bundespräsident habe ein Signal setzen wollen und die besondere Wertschätzung von Frauen durch die Politik verdeutlichen wollen, so die Ministerpräsidentin, und ihr selbst sei es eine besondere Freude, diese Orden zu überreichen.

Bild: nrw.de 05.07.2011

Die Laudationes im Wortlaut (Auszug):
Brunhilde Dickel aus Brilon (Verdienstkreuz am Bande)

Unsere Welt und unser Leben werden immer komplexer, immer schnelllebiger, immer fordernder. Für manche zu fordernd. Wie wir alle aus Medienberichten wissen, sind psychische Krankheiten und psychosoziale Probleme geradezu ein Zeichen unserer Zeit geworden.

Brunhilde Dickel weiß das nicht nur aus Medienberichten, sondern aus eigener Anschauung. 1985 begann sie – damals noch neben ihrem Beruf – bei der TelefonSeelsorge Hochsauerland. Schnell merkte sie, wie immens der Bedarf an Hilfe und Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist. Ihre Zusammenarbeit mit einer Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker in Brilon mündete Ende 1991 in die Gründung des Vereins „IPSYLON“, dessen Name für „Initativkreis Psychosozialer Hilfen in Brilon“ steht.

Mit ihrer Erfahrung, mit schier unermüdlicher Energie und Ausdauer sowie mit großem Einfühlungsvermögen leitet Brunhilde Dickel bis heute diesen Verein, der Menschen mit psychischen Erkrankungen Unterstützung in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Freizeitgestaltung anbietet. Unter ihrer Leitung entwickelte sich „IPSYLON“ von einem kleinen, teilweise auch skeptisch beäugten Außenseiterverein zu einem anerkannten Baustein der psychosozialen Versorgung im Hochsauerlandkreis. Rund 30 Stunden pro Woche kümmert Brunhilde Dickel sich um Spendenbeschaffung und Öffentlichkeitsarbeit – und um die Koordinierung aller Aktivitäten.

Ein Herzens-Anliegen ist es ihr, neben all dem Organisatorischen auch selbst Kontakt zu den vom Verein betreuten psychisch Kranken zu pflegen. Sie ist so einfühlsam, dass sie auch Ungesagtes hört und versteht. Bei ihr heißt es in Anlehnung an das Sprichwort “Gesagt – Getan”, “Gehört – Getan”!

Die Räumlichkeiten von IPSYLON in Brilon

In Brilon, Scharfenberger Hof 6 nutzt Ipsylon ein schönes altes Fachwerkhaus mit angenehmen Räumen.